Tätigkeiten der Biobank
Die Proben von ausgewählten Patienten des LKH-Univ.Klinikums Graz, von denen eine Einwilligungserklärung eingeholt wurde, werden in die Biobank eingeschlossen. Das bedeutet, dass Restgewebe und Restmengen von Blutproben gesammelt und eingelagert werden. Die Proben werden im Rahmen von Routineeingriffen, die an den verschiedenen Abteilungen und Instituten des LKH-Univ. Klinikums Graz vorgenommen werden, entnommen und erst nach Abschluss der laboranalytischen und histopathologischen Diagnostik für Forschungsprojekte freigegeben. Es wird kein zusätzliches Material entnommen, sprich für den Patienten entstehen keinerlei Nachteile.
Die Biobank betreibt ein Qualitätsmanagementsystem nach ISO 9001:2008 und bietet folgende Leistungen bei der Bearbeitung und Lagerung der biologischen Proben und beim Handling der Daten:
- Einheitlich hohe Probenqualität durch Probenverarbeitung nach standardisierten Verfahren gemäß schriftlichen Arbeitsanweisungen (SOPs)
- Ressourceneinsparung durch den Aufbau gemeinsam genutzter Infrastruktur und durch Entwicklung optimierter Prozesse
- Hohe Ausfallsicherheit durch Probenlagerung in rund-um-die-Uhr überwachten Lagersystemen
- Datenschutzgesetz-konforme Verarbeitung und Speicherung aller Daten
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Biobank-Mitarbeiterin bei der Einlagerung von Kryo-Proben
in flüssigem Stickstoff
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Routineparaffin-Archiv |
Die folgende Graphik zeigt die Lokalisation der verschiedenen Biobank-Arbeitsplätze im LKH-Univ.Klinikum Graz und gibt einen Eindruck über die starke Vernetzung der Biobankaktivitäten mit der klinischen Routinearbeit.
Der Weg einer Probe in die Biobank
Zuallererst wird ein Aufklärungsgespräch durch einen qualifizierten Arzt mit dem Patienten durchgeführt. Im Zuge dieses Gespräches wird dem Patienten ermöglicht Fragen zu stellen und alle für ihn wichtigen Informationen zu erhalten. Willigt der Patient/ die Patientin ein, diesen wichtigen Beitrag zur Forschung zu leisten, wird es der Biobank ermöglicht, Restproben, die für die Befundung nicht mehr benötigt werden, für wissenschaftliche Zwecke zu archivieren. Dabei handelt es sich um Blutproben, die nach Abschluss aller Laboranalysen übrig bleiben oder um Gewebestücke, die bei Operationen entfernt wurden und die der Pathologe für die Stellung der Diagnose nicht benötigt. Alle diese Proben würden sonst entsorgt werden.
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Biobank-Mitarbeiterin bei der Bearbeitung von Blutproben
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Einlagerungsprozeß von Gewebeproben |
Die Gewebeproben werden entweder in flüssigem Stickstoff eingefroren aufbewahrt (Kryomaterial) oder in Paraffin eingebettet und können dann bei Raumtemperatur gelagert werden. Blutproben werden in Tiefkühlschränken bei -80°C gelagert.
Bei medizinischen Fragestellungen können Ärzte und Wissenschaftler auf diese Proben und auf die Daten der jeweiligen Krankengeschichte zurückgreifen. Sowohl Proben als auch Daten werden von der Biobank vor der Übergabe an die Forscher vollständig codiert, sodass ein Rückschluss auf die einzelnen SpenderInnen nicht möglich ist.
Die Arbeit der Biobank ermöglicht die Entwicklung neuer und immer besser auf den einzelnen Patienten zugeschnittener Behandlungsmethoden und Präventivmaßnahmen.