Kurzvorstellung des FF Kardio-Vaskuläre Forschung an der MUG

Herz- und Gefäßerkrankungen sind die häufigsten Todesursachen weltweit und stellen auch in Österreich mit ca. 40% bei Frauen bzw. 36 % bei Männern die bei weitem häufigsten Todesursachen dar. Auch in der Zahl der Spitalsaufenthalte liegen Herz-Kreislauferkrankungen in Österreich an der Spitze. Daher gehört die Erforschung von Herz- und Gefäßerkrankungen hinsichtlich der Prävention, der molekularen Ursachen, und neuer erfolgreicher Behandlungsmethoden zu den wichtigsten globalen und nationalen gesundheitspolitischen Herausforderungen der modernen Medizin.


Mit über 70 teilnehmenden WissenschafterInnen wurden alle relevanten wissenschaftlichen und klinischen Kompetenzen der MUG auf dem kardio-vaskulären Feld zusammengefasst. Nach einer Evaluierung des IST-Zustandes wurde ein fokussiertes und interaktives Forschungskonzept entwickelt, in dem fünf Leitprojekte (L) konkrete wissenschaftliche Inhalte widerspiegeln: 


 Strukturdiagramm

 

 
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 Organisation

 

Dabei geht es in diesem Konzept nicht darum, jede Wissenschafterin / jedem Wissenschafter in ihrer / seiner bisherigen wissenschaftlichen Zielsetzungen abzubilden, sondern es werden, ausgehend von bestehenden Stärken, konkrete Forschungsthemen vorgegeben, zu denen jede Wissenschafterin / jeder Wissenschafter ihren / seinen individuellen wissenschaftlichen Beitrag leistet. Übergeordnetes Ziel dieses translational ausgerichteten Forschungsfeldes ist es, die molekulare Grundlagenforschung mit der krankheits- und patientenorientierten Forschung zu verbinden, um verbesserte diagnostische und therapeutische Konzepte zu erarbeiten. Dabei werden durch gezielte Risikostratifikationen und verbesserte Diagnosemöglichkeiten (L1) Konzepte entwickelt, die es erlauben, noch vor dem Auftreten erster klinischer Manifestationen, Maßnahmen gegen eine Herz-Kreislauferkrankung zu setzen (Risiko & Intervention). Überlappend dazu werden in L2 die beginnenden systemischen Manifestationen, wie die oftmals sehr früh auftretenden Störungen der Gefäßregulation bzw. der Blutgerinnung (Thrombose), erforscht. Aufgrund bestehender Stärken wird hinsichtlich betroffener Organe, besonders die pulmonale Hypertension („Lunge“, L3), die diastolische Funktion und Rhythmusstörungen („Herz“, L4) sowie die molekularen Mechanismen der Präeklampsie in Bezug auf Grundlagen der vaskulären Funktion („Plazenta“, L5) untersucht. Gerade diese Leitprojekte werden durch die vorhandenen Kompetenzen in den Bereichen der Molekularbiologie, Biochemie und der Stammzellenforschung kongenial ergänzt.
Die seitens der MUG eingeleitete Konzentration der Forschungsaktivitäten auf den Bereich der Herz-Kreislaufforschung ist in dieser Form einzigartig in Österreich und Zentraleuropa und könnte Modellcharakter für zukünftige Forschungsaktivitäten im Bereich der Biomedizinischen Forschung besitzen. Mit den vielen aus Drittmitteln geförderten Projekten (z.B. FWF, FFG, ÖNB, EU), seinen intensiven Forschungskooperationen mit der Pharmaindustrie, Forschungsnetzwerken im Bereich der Nanotechnologie (BioNanoNet) und nicht zuletzt den zahlreichen Publikationen in internationalen Topjournalen erfüllt das Forschungsfeld Kardio-Vaskuläre Forschung die Vorgaben der MUG für die Einrichtung von Forschungsfeldern mit ausgewiesener wissenschaftlicher Qualität, einem hohem Potential für Drittmitteleinwerbung und mit internationalem Renommee als Konzept der Zukunftsgestaltung.
 
Neben seiner Teilnahme an bestehenden lokalen Großforschungsprojekten wie den SFBs LipoTox bzw. MOBIS und den Kooperationen mit dem K+ Zentrum Biokatalyse oder dem Joanneum Research, besitzt das Forschungsfeld beste Kontakte mit ähnlichen Zentren in Deutschland, der Schweiz und den USA. Weiters bemüht sich das Forschungsfeld bestehende Kontakte in den südosteuropäischen Raum zu vertiefen, um so die Stellung der MUG als Brücke in diesen wichtigen europäischen Entwicklungsraum zu verstärken.
 
Darüber hinaus sind innovative Module der Nachwuchs- (der Vorantrag für ein Doktoratskolleg eben erst vom FWF zu einen Vollantrag eingeladen; PhD-Programm), Gleichstellungs- und Karriereförderung, Einrichtung von Forschungsprofessuren und Nachwuchsgruppen sowie Ausbau der Kooperation mit industriellen Partnern Teile des Konzeptes, welches das Forschungsfeld Kardio-Vaskuläre Forschung eine zentrale Position am universitätsmedizinischen Standort Graz einnehmen lässt.
 
Univ. Prof. Dr. med. univ. Burkert Pieske
Klinische Abteilung für Kardiologie (Sprecher)
 
Univ. Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Graier
Institut für Molekularbiologie & Biochemie (Stv. Sprecher)
 
Univ. Prof. Dr. med. univ. Harald Mangge
Klinisches Institut für medizinische und chemische Labordiagnostik  (Stv. Sprecher)