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Institute of Adaptive & Spaceflight Physiology

 Institut für Adaptive und Raumfahrtphysiologie


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Das RLF-Projekt

 Komplette Beschreibung des RLF-Projekts

Zu den wissenschaftlichen Ergebnissen siehe Publikationsliste

"RLF" (Russischer Langzeit-Flug) war ein gemeinsames Österreichisch-Russisches Forschungsprojekt im Bereich Raumfahrtphysiologie und -medizin. Ausgehend von Erfahrungen und Entwicklungen durch das Projekt Austromir, in dessen Rahmen ein Österreichischer Kosmonaut fuer eine Woche die Raumstation MIR besuchte, hat es in den Jahren 1993 bis 1997 zum Teil unerwartete, neue biomedizinische Resultate erbracht.

Um die Ergebnisse weltweit präsentieren zu können und so die Kontakte der Experimentatoren mit der internationalen Wissenschaftlergemeinde zu vertiefen, hat die Österreichische Gesellschaft für Weltraummedizin 1996 eine Sondersitzung anläßlich der Jahrestagung der Aerospace Medical Association in Atlanta, Georgia, USA, organisiert - auf Einladung des amerikanischen Veranstalters und mit breitem internationalem Interesse.

RLF war ein historisches Projekt, weil es echte Langzeitmissionen untersucht hat, deren Sinn die Vorbereitung auf die Erforschung und Besiedelung von Mond und Mars ist; und weil es den längsten je stattgefundenen Raumflug eines Menschen umfaßte.

Kosmonaut Dr. med. Valeri Vladimirovich Polyakov - geboren am 27. April 1942 in Tula, Held der Sowjetunion, stellvertretender Direktor des IMBP in Moskau und Vizepräsident der Tsiolkovsky-Kosmonautenakademie - verbrachte insgesamt 678.7 Tage im Weltraum. Sein längster Raumflug in der Geschichte der Menschheit - Flugdauer knapp 438 Tage - begann am 8. Januar 1994 (Soyuz TM-18). Dieser Weltrekord wird noch über viele Jahre unerreicht bleiben.

RLF war ein Beispiel für integrative und interdisziplinäre Forschung mit gemeinsamen biologischen, physiologischen und klinischen Zielsetzungen. Es hatte weite Bereiche einer als 'Weltraummedizin' bezeichneten Forschungsrichtung zum Inhalt - diese beschäftigt sich mit der Untersuchung und Beeinflussung

wobei sich Grundlagen, Arbeitsmethoden und Erkenntnisse in klinischer und Biomedizin, Ökophysiologie und bemannter Raumfahrtforschung gegenseitig ergänzen und potenzieren.

Fragestellungen bezüglich der Physiologie des ganzen Organismus und der Interaktion mit seiner Umwelt dienen auch der Überbrückung einzelner Disziplinen und stellen somit ein Modell für zukunftsträchtige Forschungsinitiativen dar.

RLF brachte die Erstellung und Aktualisierung spezieller wissenschaftlicher Literaturdateien in Österreich. Die Erfolge des Projekts haben zur gemeinsamen Erarbeitung eines biomedizinischen Forschungskonzepts fuer die von österreichischen Wissenschaftlern vorgeschlagene Beteiligung Österreichs an der Internationalen Raumstation geführt. Die russische Seite hat das Konzept begutachtet, positiv aufgenommen und empfohlen, die einschlägigen Vorbereitungsarbeiten im Sinne einer bilateralen Kooperation aufzunehmen.
Diese Initiativen wurden bislang von der Regierungsseite in Österreich nicht aufgenommen.

Eines der besonders wichtigen Ziele des Projekts RLF, und der bemannten Raumfahrt allgemein, war die Entwicklung ressourcenschonender diagnostischer Systeme, wie dies z.B. in den Experimenten Monimir und Mikrovib (kleine, leichte, komplexe und robuste Meßwerterfassungssysteme) oder Bodyfluids (miniaturisiertes Hochpräzisions-Labormeßgerät) ersichtlich ist.

Das wissenschaftliche Programm

RLF bestand aus den folgenden Teilen:

Im großen Block der Untersuchung von Sinnesorganen, Nervensystem und Muskulatur sowie deren Koordinationsmechanismen wurden Physiologie und Gesundheitszustand der Kosmonauten visuell, akustisch, propriozeptiv und vestibulär getestet; motorische Kontrollfunktionen (MONIMIR, MIKROVIB) sowie die okulo-motorische Kontrolle geprueft (VERTIKALE VEKTION); Aufmerksamkeit, Problemloesungskapazitaet und logisches Denkvermoegen untersucht (COGIMIR); sowie neuromuskulaere Leistungen (Kraftentwicklung, Ermuedung, Trainingseffekte, EMG) zum besseren Verstaendnis der Muskeltaeigkeit herangezogen (MYO-MOTOSCAN, MIKROVIB).

Die Experimente im Einzelnen

Bodyfluids / Interstitium


Cogimir


Dosimir / Adlet


Microvib


Mirgen


Monimir


Motomir / Myo-Motoscan


Optovert / vertikale Vektion


Pulstrans / Schlaf


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