Klinisch-Forensische Ambulanz

1. Opferambulanz Österreichs: Klinisch-forensische Ambulanz für Betroffene von körperlicher Gewalt, Missbrauch, Misshandlung und Unfällen

An der Med Uni Graz wird ab 1. Oktober 2008 eine Klinisch-Forensische Ambulanz betrieben. Diese Ambulanz stellt eine Anlaufstelle für Erwachsene, Kinder und Jugendliche dar, die von körperlicher Gewalt, Missbrauch oder Misshandlung betroffen sind. Betroffene werden durch Opferhilfseinrichtungen (zB Kinderschutzgruppen, Frauenhäuser etc.), Ärzte oder durch die Polizei und Staatsanwaltschaft zugewiesen, wobei eine Anzeige nicht Voraussetzung ist. Betroffene erhalten eine gerichtsmedizinische Untersuchung mit ausführlicher Dokumentation der Verletzungen sowie im Bedarfsfall eine Spurensicherung und Begutachtung. Daneben erfolgt auf Wunsch und nach Absprache die Vermittlung weiterführender Schritte wie zB die Betreuung durch Opferhilfseinrichtungen, Kliniken, psychologische Betreuung oder weitere Beratungen. Die Ambulanzleistungen sind für die betroffenen Personen kostenlos.

„Wir sind sehr dankbar, wenn Gewaltbetroffene in der klinisch-forensischen Ambulanz durch ihre Bereitschaft, sich radiologisch untersuchen zu lassen, mithelfen, dass die klinische Gerichtsmedizin die Magnetresonanz-Bildgebung (MRT) und die Computertomographie (CT) bald wirkungsvoll einsetzen kann.“ sagt Dr. Eva Scheurer, stv. Leiterin des Ludwig Boltzmann Instituts. „Es ist erstaunlich, dass diese in der Klinik routinemässig eingesetzten Methoden noch nicht für die Gerichtsmedizin angepasst wurden.“ In den letzten Jahren haben sich diese Verfahren rasant entwickelt. Die neuen  Technologien und Anwendungen sollen nun im Rahmen der Forschungstätigkeit des Ludwig Boltzmann Instituts für die Gerichtsmedizin eingesetzt werden.

„Mit einer frühzeitigen und umfassenden rechtsmedizinischen Beweissicherung können wir künftig die langwierigen und belastenden Befragungen für die Betroffenen wesentlich verkürzen“, betont Kathrin Yen. „Aber wir können auch die Rechtssicherheit erhöhen im Falle von vorgetäuschten Gewalttaten, die leider in den letzten Jahren vermehrt aufgedeckt wurden.“ Gerade in diesen Fällen benötigt man spezialisierte rechtsmedizinische Kenntnisse und Erfahrung, um eine objektive Begutachtung gewährleisten zu können.

Med Uni Graz mit einzigartiger Verbindung von Klinisch-Forensischer Forschung, gerichtsmedizinischer Betreuung und einer einmaligen Kooperation von Partnern aus vielfältigen Bereichen.

Das Ludwig Boltzmann Institut ist wegen seiner Verbindung von Klinisch-Forensischer Forschung und der gerichtsmedizinischen Anwendung der Ergebnisse weltweit einzigartig und soll die Standards für die klinisch-forensische Radiologie in den kommenden Jahren definieren. Dazu wurde eine in dieser Form einmalige Kooperation von Partnern aus verschiedenen Bereichen aufgebaut.

"Kindesmisshandlung und Gewalttaten sind eine traurige Realität in unserer Gesellschaft - umso wichtiger ist jegliche Maßnahme, die hier helfen kann. Der erste Schritt zu einem sinnvollen Vorgehen und zukünftiger Prävention liegt im Erkennen des Sachverhalts - und das möglichst früh und ohne die Opfer zusätzlich zu belasten. Das Ludwig Boltzmann Institut an unserer Universität ist genau diesem Zweck gewidmet: Verletzungsfolgen frühzeitig, genau und schonend mit modernen bildgebenden Untersuchungsverfahren festzustellen, sodass daraus nicht nur rechtliche Schritte, sondern auch weiterführende Maßnahmen zum Schutz der Betroffenen eingeleitet werden können. Als Medizinische Universität Graz freuen wir uns, dass über die Ludwig Boltzmann Gesellschaft hier eine tragfähige und gesellschaftlich äußerst relevante Forschungsinitiative gesetzt wird. Unser besonderer Dank gilt der Institutsleiterin Frau Prof. Yen, den Kolleginnen und Kollegen des Instituts sowie den ProjektpartnerInnen, die alle gemeinsam diese zukunftsweisende Einrichtung ermöglicht haben“, verdeutlicht Univ.-Prof. Dr. Josef Smolle, Rektor der Med Uni Graz.

Klinisch-Forensische Ambulanz
An der Klinisch-Forensischen Ambulanz werden Betroffene von Gewalttaten gerichtsmedizinisch untersucht, Befunde werden gerichtsverwertbar dokumentiert und gespeichert, und je nach Sachlage erfolgt eine Spurensicherung. Auf Wunsch wird eine weiterführende Betreuung durch Opferhilfseinrichtungen, Kliniken etc. organisiert.

 

Kontakt

Die Ambulanz steht nach telefonischer Terminvereinbarung kostenlos & 24 Stunden täglich zur Verfügung:

0664 / 843 82 41

Allgemein

Klinisch-Forensische Ambulanz ab 1. Oktober 2008

Gerichtsmedizinische Untersuchung, gerichtsverwertbare Dokumentation und Spurensicherung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die von körperlicher Gewalt, sexuellem Missbrauch oder Misshandlung betroffen sind.

Abklärung und Vermittlung weiterführender Betreuung nach Bedarf wie z.B. Kontakt mit Opferhilfseinrichtungen, Kliniken, psychologische Beratung etc.

Anzeige an Polizei oder Staatsanwaltschaft wird für eine gerichtsmedizinische Untersuchung nicht vorausgesetzt.

Kontakt über Dienstnummer (rund um die Uhr): 0664 / 843 8241

Weltweit einzigartig ist die Verbindung von Klinisch-Forensischer Forschung und gerichtsmedizinischer Versorgung sowie die Kooperation der Partner aus den unterschiedlichsten Bereichen.