03.07.2006

Theater und Wissenschaft: Deutsche Uraufführung des Theaterstücks "Taboos" zum Thema Reproduktionsmedizin an der Med Uni Graz

Reproduktion! als Kulturevent an der Med Uni Graz
Deutsche Uraufführung des Theaterstücks "Taboos" von Carl Djerassi: Reprodukton!

Eine Familiensaga von Theater im Bahnhof.

Dr. Carl Djerassi, Erfinder der "Pille", ist seit Jahren als erfolgreicher Wissenschafter auch als erfolgreicher Schriftsteller engagiert. Nach dem Motto "Science IN Fiction" arbeitet er außergewöhnliche Entdeckungen aus der modernen biomedizinischen Forschung auf in Bühnenstücke und Romanhandlungen ein. Das Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der Med Uni Graz um Univ.-Prof. Dohr zählt seit Langem mit den Forschungsarbeiten zum Thema Reproduktionsmedizin zu den führenden Experten weit über Österreich hinaus, insbesondere im Bereich der Embryologie. Der Fachbereich Embryologie beschäftigt sich mit der Entwicklung der menschlichen Keime von der Befruchtung bis zur Anlage und schrittweisen Herausbildung der Körperorgane. Grundlagen der Reproduktionsmedizin (IVF, Klonen, Stammzellforschung...) werden ebenso vermittelt wie Ursachen umweltbedingter Fehlentwicklungen (Teratologie).

Anlässlich des wissenschaftlichen, internationalen Kongresses "4th European Congress of Reproductive Immunology" fi ndet die deutsche Uraufführung des Stücks "Taboos" von Carl Djerassi statt, in einer Inszenierung "Reproduktion!" des Theater im Bahnhof. Das Theaterstück wird im Hörsaal der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe aufgeführt, die Premiere findet am 7. Juli statt. Im Rahmen der Podiumsdiskussion am 6. Juli, 20 Uhr im Hörsaal der Frauenklinik, haben SteirerInnen die Möglichkeit, dieses aktuelle Thema zu diskutieren, u. a. mit Carl Djerassi, Gottfried Dohr (Vorstand des Instituts für Zellbiologie, Histologie und Embryologie).

Carl Djerassi
1923 geboren in Wien, 1938 nach Amerika emigriert und seit 2004 wieder österreichischer Staatsbürger, ist vor 50 Jahren in einem kleinen Labor in Mexiko City der entscheidende Schritt zur synthetischen Herstellung eines oral wirksamen Gestagen Hormons gelungen, wodurch die Entwicklung der "Pille" möglich wurde.
Für diese Erfindung wurde dem heute emeritierten Professor für Chemie der Stanford Universität die Amerikanische Medaille für Wissenschaft verliehen. Als Mitglied der US Nationalen Akademie für Wissenschaften, der Amerikanischen Akademie für Kunst und Wissenschaften und vielen anderen internationalen Akademien, wurden ihn 20 Doktorate, darunter an der Cambridge Universität, sowie viele andere Auszeichnungen verliehen.
Mit dem Ansatz, die Brücke zwischen Öffentlichkeit und Wissenschaftswelt zu sprengen, hat er das Genre "Science-in-Fiction" gegründet. Als Wissenschaftler und Schriftsteller erforscht er Wege, um in einer Tetralogie in Form realistischer Romanhandlungen die menschlichen Seiten echter Wissenschaftler und persönliche Konflikte zu beschreiben, denen Wissenschaftler beim Streben nach Erkenntnis, persönlicher Anerkennung und finanziellem Gewinn ausgesetzt sind. Gleichzeitig hat er einige außerordentlich aufregende Entdeckungen aus der modernen biomedizinischen Forschung in die Handlung verwoben. "Die Aufnahme, die diese Tetralogie gefunden hat, hat mir gezeigt, dass Sciencein-Fiction ein wirksamer Weg ist, ernste Themen wie jenes des wissenschaftlichen Verhaltens in das Bewusstsein wissenschaftlicher Laien zu schmuggeln." Mit Taboos greift Djerassi das Sexualverhalten im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit und die bevorstehende Trennung von Sex und Fortpflanzung auf. Sex steht wie gewohnt für Liebe, Lust oder Neugier, während die Fortpflanzung zunehmend mittels "alternativer" Methoden unter dem Mikroskop stattfi ndet. Die miteinander verwobenen soziokulturellen Veränderungen, die diese Vorgänge implizieren, stellt Djerassi, hier mehr denn je Agent Provocateur, in den Mittelpunkt seines neuen Theaterstücks.
"Taboos"
Sally und Harriet sind ein Paar. Sally ist eine erfolgreiche Journalistin, Harriet prominente Fernsehmoderatorin. Sally wünscht sich ein Kind mit Harriet. Auf der Suche nach den - wohl nötigen - biologischen Zutaten, stimmt Max -Harriets Bruder- zu, das Rohmaterial seinerseits zur Verfügung zu stellen. Sallys Bruder Cameron und seine erzkonservative Frau Priscila wünschen sich unbedingt ebenfalls ein Baby. Sie sind aber auf den biologischen Beitrag einer zeugungsfähigen Eizelle angewiesen. Gemeinsam teilen alle die Ansicht, dass solche Nöte am besten innerhalb der Familie gelöst werden sollten. So stellt sich Harriet bereit zu spenden. Als aber Harriet selbst entscheidet, auch Mutter zu werden und Cameron zustimmt, der biologische Vater zu werden, wird der Strom dieses emotionalen Kaos entfesselt.

Theater im Bahnhof (TiB)
Das Theater im Bahnhof (TiB) ist eines der größten professionellen freien Theaterensembles Österreichs. An die 18 KünstlerInnen arbeiten kontinuierlich an den Ausdrucksmöglichkeiten des zeitgenössischen Theaters. Angeschlossen an das TiB-Ensemble ist das Schreiberkollektiv EIGENBAU, das in laufender Auseinandersetzung für das Theater im Bahnhof Texte verfasst. "Wir sehen unsere Arbeit als Fortsetzung und Weiterentwicklung des österreichischen Volkstheaters: Österreichische Vorlagen aus Literatur und Geschichte, österreichische Themen, österreichische Spielstile sind häufi ges Arbeitsmaterial. Archetypen, Spezialitäten und Abnormitäten des Österreichischen werden mit dem Ziel, eine eigenwillige Auseinandersetzung mit österreichischer Identität und Gegenwart zu demonstrieren, untersucht. Darüberhinaus spielen wir immer wieder mit klassischen Werken der Weltliteratur."
www.theater-im-bahnhof.com
Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie
Das Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der Medizinischen Univ. Graz ist in diesem Jahr Veranstalter des 4. Europäischen Kongresses für Reproduktionsimmunologie. Das Ziel der Veranstaltung ist die internationale Vermittlung vom aktuellen Stand der Wissenschaft zu den folgenden Themen: Stress und Reproduktion - Das Komplement und Reproduktion - Die Regulierung der Implantation und der Trophblast Invasion - MHC und Reproduktion - Die Immunologie der Gameten - Zellen und Zytokinnen an der fetomaternalen Grenze - Immunologie der Schleimhaut - Indoleamin 2, 3-dioxygenase und feto-maternale Interaktionen; Stammzellen; Pathologie der Plazenta und Preeklampsie; In vitro Fertilisation; Networking für die Gesundheit der Frauen; Wissenschaft und Lehre; Akademie, Wissenschaft und Politik. Der 4. Europäische Kongress für Reproduktionsimmunologie ist Gastgeber des ersten internationalen Symposiums vom Europäischen Exzellenznetzwerkes "EMBIC - The Control of Embryo Implantation".
www.ecri4.at
Premiere Reproduktion!
7. Juli 2006, 21 Uhr
Hörsaal der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Auenbruggerplatz 14
Anschließend Premierenparty im Scherbenkeller mit Boogee Basement: djs alistair mclaine, strictly andi and joshiva
Karten
Tel. 0316 763620
E-Mail: ticket@theater-im-bahnhof.com, ZKB und Abendkassa
Info: www.theater-im-bahnhof.com
Vorstellungen Reproduktion!
Vorstellungen: 11., 12., 13. und 14. Juli, jeweils 20 Uhr
Hörsaal der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Auenbruggerplatz 14, 8036 Graz
Karten
Tel. 0316 763620
E-Mail: ticket@theater-im-bahnhof.com, ZKB und Abendkassa
Info: www.theater-im-bahnhof.com
Podiumsdikussion
Die moderne Reproduktionsmedizin in der kosmopolitischen Gesellschaft
6. Juli 2006, 20 Uhr
Hörsaal der Univ.-Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Auenbruggerplatz 14
Internationaler Kongress zum Thema Reproduktionsimmunologie
Das Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie der Medizinischen Univ. Graz ist in diesem Jahr Veranstalter des 4. Europäischen Kongresses für Reproduktionsimmunologie.
Das Ziel der Veranstaltung ist die internationale Vermittlung vom aktuellen Stand der Wissenschaft zu den folgenden Themen: Stress und Reproduktion
Das Komplement und Reproduktion
Die Regulierung der Implantation und der Trophblast Invasion MHC und Reproduktion
Die Immunologie der Gameten
Zellen und Zytokinnen an der fetomaternalen Grenze
Immunologie der Schleimhaut
Indoleamin 2, 3-dioxygenase und feto-maternale Interaktionen
Stammzellen
Pathologie der Plazenta und Preeklampsie
In vitro Fertilisation; Networking für die Gesundheit der Frauen; Wissenschaft und Lehre
Akademie, Wissenschaft und Politik.

Der 4. Europäische Kongress für Reproduktionsimmunologie ist Gastgeber des ersten internationalen Symposiums vom Europäischen Exzellenznetzwerkes "EMBIC - The Control of Embryo Implantation".
4. Internationaler Kongress über Reproduktionsimmunologie
5.-7. Juli 2006, Graz
Weitere Informationen: www.ecri4.at

 

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