08.11.2006Teledermatologie an der Med Uni GrazHautveränderungen werden mit einem Handy photographiert und Diagnose wird weltweit mit ExpertInnen diskutiertStudien an der Grazer Univ.-Klinik für Dermatologie überzeugen durch hohe diagnostische Treffsicherheit und kostengünstige AbwicklungDie Grazer Univ.-Klinik für Dermatologie führt seit 2003 Studien zum Thema Teledermatologie durch, in denen für die "Bestandsaufnahme" Photos von Hautveränderungen u.a. mit handelsüblichen Handys gemacht werden. Anschließend werden die Photoaufnahmen mit ExpertInnen aus aller Welt diskutiert und letztlich die Diagnosen erstellt. Vorteile dieser völlig neuen Diagnoseerstellung: Zeitliche und örtliche Unabhängigkeit, hohe diagnostische Zuverlässigkeit und wirtschaftlich effiziente Diagnoseerstellung. "Die Dermatologie ist geradezu prädestiniert für bildgebende Diagnostikverfahren. Durch die enorme Weiterentwicklung der Kommunikationstechnologien in den letzten Jahren benötigt man mittlerweile nicht mehr aufwändige Tools, sondern man kann profunde Diagnosen mit gängigen Handys ab 1.3 mio Pixel erstellen. Das ist sicher die Zukunft", fasst Univ.-Prof. Dr. Peter Soyer von der Univ.-Klinik für Dermatologie zusammen. Die bisher durchgeführten Studien überzeugten durch eine hohe diagnostische Treffsicherheit. Dabei wurden die PatientInnen konventionell ambulant untersucht. Parallel dazu wurden Photos von Hautveränderungen, Muttermalen etc. von PatientInnen per Handy gemacht (selbstverständlich mit ihrem Einverständnis), und die Diagnose mit Dermatologie-FachärztInnen aus aller Welt abgeklärt. Die Treffsicherheit der "Handy-Photo-Diagnose" lag bei über 90%. Eine weitere Möglichkeit, Diagnosen mit anderen ExpertInnen zu diskutieren, bieten natürlich auch Videokonferenzen, "allerdings ist man damit zeit- und ortsgebunden, weil man ja die Zeitzonenverschiebung berücksichtigen muss", führt Univ.-Prof. Dr. Soyer aus. Weiters können bei der ersten Variante Photos bei Bedarf noch bearbeitet werden, bevor man sie an KollegInnen übermittelt. Für Univ.-Prof. Dr. Soyer ist diese Methode sicher die Zukunft: "Sobald organisatorisch und rechtlich alles geklärt ist, wird diese einfache, aber zuverlässige Methode Alltag in der Dermatologie sein. Dermatologische Beratungen via Internet ist das Schlagwort dazu." Univ.-Klinik für Dermatologie zählt weltweit zu den führenden ExpertInnen Internationaler Kongress "Teledermatology" von 9.-11. November in GrazDie Grazer Univ.-Klinik für Dermatologie ist mit ihren Leistungen international anerkannt in der Scientific Community. Insbesondere auf dem Gebiet der Diagnoseerfahrung mittels digitaler Bildverarbeitung sowie mit der "Auflichtmikroskopie", einer nicht-invasiven Methode der Melanom-Diagnostik, erregt man regelmäßig Aufsehen. Diese Methode wird auch in Graz unterrichtet, der Kurs ist jedes Jahr innerhalb von wenigen Tagen ausgebucht, DermatologInnen aus aller Welt wird das Grazer Know-how vermittelt. Und das sind auch einige der Gründe, warum der internationale Kongress "Teledermatology" dieser Tage an der Med Uni Graz stattfindet. 120 Teilnehmer aus 33 Ländern, darunter Australien, Kolumbien, Pakistan, USA, China, Russland u.v.a., diskutieren zukünftige Trends und Technologien des noch jungen Gebiets.Facts & Figures TeledermatologieZu untersuchende Hautstellen werden mit einem gängigen Handy photographiert (ab 1,3 mio Pixel), das Photo kann beliebig an ExpertInnen aus aller Welt übermittelt werden, um eine gemeinsame Diagnose zu erstellenVorteileWeitere InformationenUniv.-Prof. Dr. H. Peter SoyerUniv.-Klinik für Dermatologie Tel: +43-316-385-80310 peter.soyer@meduni-graz.at
Melanom-Diagnostik per Handy: Ein einfaches Photo, aufgenommen per Handy, ist ausreichend, um eine fundierte Diagnose zu erstellen, die von ExpertInnen aus aller Welt diskutiert werden kann.
Photonachweis: Med Uni Graz, honorarfrei |