Die Phoniatrie (Stimm- und Sprachheilkunde) ist ein ärztliches Spezialgebiet und kann in Österreich als anerkannter Zusatzfacharzt im Rahmen einer 3-jährigen Ausbildung zusätzlich zum Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde erworben werden.
Die Phoniatrie ist die medizinische Disziplin, die sich mit
diagnostisch, therapeutisch und wissenschaftlich beschäftigt.
Die Phoniatrie basiert auf den anatomischen, physiologischen, diagnostischen und therapeutischen Grundlagen der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und anderer medizinischer Gebiete wie: Neurologie, Psychiatrie, Pädiatrie, Kieferchirurgie, Interne Medizin, Chirurgie, Radiologie ebenso wie auf fachbezogenen nicht-medizinischen Disziplinen wie Linguistik, Phonetik, Logopädie, Akustik, Psychologie, Pädagogik, Kommunikationswissenschaften, Informatik. Das Therapiespektrum der Phoniatrie umfaßt medikamentöse, prothetische, physikalische, rehabilitative, logopädische sowie chirurgische Verfahren.
Die Phoniatrie versteht sich seit ihren Anfängen als interdisziplinäres Fachgebiet. Es ist Aufgabe des Phoniaters, aus den zur Verfügung stehenden therapeutischen Möglichkeiten, für den individuellen Patienten und seine individuelle Störung die jeweils geeigneten Behandlungsformen auszuwählen, in einem zeitlichen Konzept aufeinander abzustimmen und zu kontrollieren.
Die Logopädie ist ein therapeutisches Spezialgebiet der gehobenen medizinisch-technischen Dienste. Die dreijährige Ausbildung zum "Bachelor of Science in Health Studies" kann an einer Fachhochschule absolviert werden.
Die Logopädie ist die Methodenlehre zur Prävention, Beratung, Diagnose, Behandlung und wissenschaftlichen Erforschung von menschlichen Kommunikationsstörungen im verbalen und non-verbalen Bereich und damit in Zusammenhang stehende Störungen und Behinderungen.
Die logopädischen Maßnahmen umfassen die Diagnose und Therapie von Störungen des Sprachverständnisses, der gesprochenen und geschriebenen Sprache, des Sprechens, der Atmung, der Stimme, der Mundfunktion, des Hörvermögen und der Wahrnehmung, die bei allen Altersgruppen auftreten können.
Phoniatrie und Logopädie befassen sich primär mit der Diagnostik und Behandlung von Kommunikationsstörungen aus medizinischer Sicht.
Stimme und Sprache sind die wichtigsten zwischenmenschlichen Ausdrucksmittel. Ihre Bedeutung in der modernen Kommunikationsgesellschaft ist kaum zu überschätzen und die Anforderungen an sie nehmen ständig zu.
Während der meisten Zeit der menschlichen Geschichte wurden Personen mit Kommunikationsstörungen nicht als behindert angesehen – wichtiger für das Überleben und die Stellung in der Gesellschaft war die körperliche Leistungsfähigkeit.
Durch die dramatischen Änderungen des Sozialgefüges und der Arbeitsbedingungen wird die „Fitness“ nicht nur von Einzelpersonen, sondern der ganzen Gesellschaft im 21. Jahrhundert vorwiegend durch die Fähigkeit zur Kommunikation bestimmt werden.
Eine Einschränkung der Kommunikationsfähigkeit führt somit zu verminderten beruflichen und sozialen Aufstiegschancen, Isolation sowie zu einer erheblichen Einschränkung der Entwicklung und des gesamten Wohlbefindens. Kommunikationsstörungen werden einen wichtigen Stellenwert im öffentlichen Gesundheitswesen des 21. Jahrhunderts ausmachen.
Auf Grund der engen anatomischen und funktionellen Beziehungen, ergibt sich die Zuständigkeit für ein weiteres, in seiner Bedeutung ständig zunehmendes Aufgabengebiet: die Diagnostik und Behandlung von Schluckstörungen.