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für Patienten mit Bipolaren Störungen „Manisch-depressives Kranksein“
Universitätsklinik für
Psychiatrie
Bipolare Störungen oder Erkrankungen werden synonym zu dem Begriff der manisch-depressiven Erkrankung verwendet. Diagnostisch übergeordnet zählen sie zu den affektiven (d.h. auf das Gefühl oder Gemüt bezogenen) Erkrankungen. Entsprechend ist das entscheidende Merkmal in Krankheitsphasen eine krankhafte Veränderung des Gefühllebens und der Stimmung. „Bipolar“ bedeutet, dass die Stimmung zwischen dem Pol der extremen Hochstimmung (Manie) und dem Pol schwermütiger Herabgestimmtheit (Depression) schwankt. Typische Symptome der Manie sind eine Steigerung und Labilisierung der Gefühle einhergehend mit einer Hochstimmung (Euphorie) oder Missstimmung (Dysphorie), ein beschleunigtes Denken und Reden, ein gesteigertes Selbstbewusstsein, eine motorische Überaktivität und Erregung sowie eine Enthemmung des Verhaltens. Kontrastierend dazu zeigen sich in der Depression eine gedrückte, depressive oder traurige Stimmung, ein vermindertes Selbstbewusstsein sowie eine Hemmung der Gefühle, der Motivation, des Denkens, des Sprechens, des Antriebs und des Verhaltens. Die Auslenkung der Stimmung kann von leicht bis extrem schwanken. Bei extremen Stimmungsschwankungen kann es sowohl bei der Depression als auch bei der Manie vorkommen, dass die Realität verzerrt wahrgenommen wird und Wahnideen oder Sinnestäuschungen auftreten. Man spricht dann von einem psychotischen Erleben oder einer Psychose. Bipolare Erkrankungen treten phasisch auf, das heißt akute Krankheitsepisoden unterschiedlicher Dauer wechseln sich in der Regel mit symptomfreien Intervallen ab. Ein entscheidendes Merkmal der Erkrankung ist daher die periodische Wiederkehr der akuten Krankheitsepisoden oder –phasen.
Ø Erweitertes Therapieangebot als Ergänzung zur bestehenden Behandlung in der Facharztpraxis Ø bei Bedarf auch engmaschige ambulante Betreuung Ø Selbsthilfegruppe für Patienten mit bipolarer Störung (siehe unten) Ø Gruppenpsychoedukation (siehe unten) Ø Beratung von Angehörigen Ø Regelmäßige Vortragsreihe zu speziellen Themen die bipolare Erkrankung betreffend
Eine enge Zusammenarbeit besteht auch mit der österreichischen Plattform für bipolare Störungen www.bipolar.at .
Selbsthilfegruppe
Jeweils am ersten Dienstag im Monat um 17.30h
Ort:
Universitätsklinik für Psychiatrie
Psychoedukation
Ein verhaltenstherapeutisch orientiertes Gruppenprogramm zur Aufklärung, Gesundheitsförderung und zum besseren Umgang mit der Erkrankung. In einer Kleingruppe von 8-12 Teilnehmern mit einer manisch- depressiven Erkrankung werden unter ärztlicher und psychotherapeutischer Anleitung Basisinformationen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten erklärt, der Austausch von Erfahrungen unter den Teilnehmern gefördert und der bessere Umgang mit der Erkrankung erarbeitet. Jeder Einzelne soll am Ende der Gruppe „Experte seiner eigenen Erkrankung“ sein, um Vorzeichen von neuerlichen depressiven oder manischen Phasen im Vorfeld erkennen und sich rechtzeitig einer Behandlung unterziehen zu können. Seit einiger Zeit wird die Gruppen- Psychoedukation als zusätzliche Behandlungsmöglichkeit zur psychopharmakologischen Therapie schon in verschiedensten Teilen der Welt sehr erfolgreich angewendet. In Studien konnte nachgewiesen werden, dass die teilnehmenden Patienten - vermutlich durch die erhöhte Bereitschaft die Therapie anzunehmen - eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und Verringerung der Schwere der Phasen verzeichnen konnten. Eine vorhergehende Anmeldung ist unbedingt notwendig unter: 0316 385 13616 Ablauf, Termine und Inhalte: Kleingruppe von 8-12 Patienten Insgesamt 9 Sitzungen Jeden Donnerstag von 13.30h-15h Voranmeldung unter 0316/385 13616 erbeten, Einstieg jederzeit möglich! | |||||||||||