Klinische Abteilung für Kieferorthopädie, Prov. Leiter: Ass.-Prof. Dr. Margit Pichelmayer, Tel: 0316/385-12424





Behandlung 1/3

1) Behandlung mit abnehmbaren Geräten
Unter einer "abnehmbaren Therapie" versteht man eine Behandlung mit Kunststoffgeräten, die auf die Zähne aufgesteckt werden. Sie können vom Patienten selbstständig heraus genommen und wieder eingesetzt werden. Funktion und Tragedauer der Geräte werden ihnen sowohl in einem Aufklärungsgespräch wie auch beim eigentlichen Einsetzen genau erklärt. Außerdem erhalten sie Instruktionen zur Hygiene und zur Handhabung . Die Behandlung mit abnehmbaren Geräten kommt hauptsächlich bei Kindern und Jugendlichen zum Einsatz, da viele von ihnen wachstumsregulierend wirken. Die Stellung der einzelnen Zähne kann jedoch nur bedingt verändert werden, weshalb in der Regel auf abnehmbare Geräte immer eine festsitzende Regulierung folgen muss.

2) Behandlung mit festsitzenden Geräten
Für diese Therapie verwendet man sogenannte Brackets. Es handelt sich dabei um kleine Metallplättchen, die auf die Zähne aufgeklebt werden. Daher auch der Name "festsitzend". Sie können vom Patienten selbst nicht entfernt werden bzw. herausgenommen werden. Das Aufkleben der Brackets erfolgt mit einem provisorischen Kleber. Die Oberfläche der Zähne wird dadurch nicht negativ beeinflusst. Sollten Schäden auftreten so hängt dies in der Regel mit unsachgemäßer Hygiene zusammen. Sollten sie die Metallbrackets optisch beeinträchtigen, so können als Alternative auch Kunststoffbrackets oder Keramikbrackets eingesetzt werden, welche beide zahnfarben sind. In Ausnahmefällen sind auch Brackets an der Innenseite der Zähne möglich. Die einzelnen Vor- und Nachteile können wir Ihnen in einem ausführlicheren Beratungsgespräch aufzeigen.

3) Behandlung von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
Die kieferorthopädische Behandlung von Lippen-Kiefen-Gaumenspalten unterliegt einem eigenen Konzept. Wir möchten Sie daher auf die eigene Spalten-Homepage verweisen, wo alle für Sie wichtigen Informationen zusammengefasst sind. Da es sich bei diesen Fällen immer um starke Fehlstellungen sowohl der Zähne wie auch des Kiefers handelt, ist in der Regel eine Behandlung von vielen Jahren notwendig.

4) Behandlung von größeren Fehlbildungen (angeborene Anomalieren, Syndrome etc.)
Die Therapie erfolgt mit festsitzenden Geräten (soweit von der Mitarbeit des Patienten möglich) mit oder ohne Kombination mit abnehmbaren Apparaturen.
Durch die meist deutlichen Abweichungen im Bereich des Schädelskelettes ist oft die Regulierung allein nicht ausreichend, um ein funktionell und ästhetisch gutes Ergebnis zu erreichen. Die Behandlung muss daher in den meisten Fällen um operative Eingriffe erweitert werden.
Allgemein gültige weitere Richtlinien aufzuzeigen ist nicht sinnvoll, da sich jede Syndrombehandlung, ähnlich wie die Behandlung der Spaltpatienten, als individuell sehr unterschiedlich herausstellt. Daher möchten wir sie auf das ausführliche Gespräch mit dem behandelnden Kollegen unserer Abteilung verweisen.